Ausstellungsansicht: untold stories, Tine Kemperman, Luca Heydt, Kunstverein Grafschaft Bentheim, 2025, Foto: Fred Dott
untold stories
Tine Kemperman
Luca Heydt
25.5. – 20.7.2025
Samstag, 24.5.2025, 19 Uhr
Eröffnung
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts, waren sowohl in der Grafschaft Bentheim, dem Emsland, aber auch in angrenzenden Regionen der Niederlande Großfamilien keine Seltenheit. Das Potenzial für besondere Familiendynamiken ist hier besonders hoch. Geprägt wurde diese Zeit von unterschiedlichen politischen Systemen und zwei Weltkriegen, die familienpsychologisch bis heute nachwirken. Der ländliche Raum, die damals oft bäuerlich geprägten Lebensweisen sowie die Enge der nachbarschaftlichen und familiären Beziehungen intensivieren die Existenz unausgesprochener Geschichten. Aus der Sicht unterschiedlicher Generationen setzen sich die Künstler:innen Tine Kemperman und Luca Heydt in der Ausstellung untold stories mit dem Unausgesprochenen, bezogen auf die eigene Familiengeschichte und deren psychische Konstellationen, auseinander.
Tine Kemperman wuchs als 15. Kind in einer 18-köpfigen Familie auf einem Bauernhof in dem kleinen Dorf Steenderen in den Niederlanden auf. Während sich ihre Eltern um die Betreuung und Bewirtschaftung des bäuerlichen Betriebes kümmerten, wurde Tine Kemperman als eines der jüngsten Kinder - wie auch ihre Geschwister - von der ältesten Schwester aufgezogen, die sich später als junge Erwachsene das Leben nahm. Sie selbst ist Beobachterin ihres eigenen sozialen Umfeldes und manövriert an allen Personen in ihrer unmittelbaren Umgebung vorbei.
Geprägt von ihrer Familiengeschichte sind die Vernachlässigung durch ihre Eltern und der Suizid ihrer Schwester wiederkehrende Themen in Kempermans künstlerischer Arbeit. In diesem dichten und komplexen Gefüge ist Kemperman ständig auf der Suche nach Konfrontation mit den Eltern sowie ihrer eigenen Stellung innerhalb der Familie. Sie verbindet dabei gefundene Fotos aus Familienarchiven mit eigenen fotografischen Werken und arbeitet dabei mit einer strengen fotografischen Inszenierung von sich selbst und ihren Familienmitgliedern.
Luca Heydt arbeitet in seiner 2-kanaligen Videoinstallation die Verstrickungen seiner Verwandten in der NS-Zeit auf. Seine Familie mütterlicherseits stammt aus der emsländischen Kleinstadt Haselünne, in der seine Vorfahren die Kornbrennerei Heydt gründeten. Sein Urgroßvater war während des Nationalsozialismus Bürgermeister von Haselünne, bis er gegen Kriegsende eingezogen wurde und im Januar 1945 starb.
Neben der Recherche im Archiv und Elementen der Oral History, indem er seinen Großvater erzählen lässt, entwickelt Heydt eine persönliche Perspektive zu der Thematik. Sein Großvater Heinrich Heydt war Lehrer und den größten Teil seines Lebens mit der Firma Heydt verbunden. Das Vermögen des Familienunternehmens sicherte auch das Aufwachsen von Luca Heydt. Heute fragt er sich, inwieweit dieser Wohlstand das Verhalten der Familie in der NS-Zeit bestimmt hat und was diese Geschichte für seine heutige Situation als Künstler bedeutet.
Das Programm zur Ausstellung:
Samstag, 24.5.2025, 19 Uhr
Eröffnung
Donnerstag, 3.7.2025, 16 Uhr
Führung und Drinks mit den Künstler:innen und Kurator:innen
Donnerstag, 10.7.2025, 15-17 Uhr
Collage-Workshop für jedes Alter
mit Bitte um Anmeldung unter info@kvgb.de
Kunstverein Grafschaft Bentheim
Hauptstraße 37
49828 Neuenhaus
+49 5941 98019
kvgb.de
info@kvgb.de
Öffnungszeiten
Do - So 15-18 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Eintritt kostenfrei
Gefördert durch die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim mit Mitteln des Landes Niedersachsen.
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Landschaft Emsland | Bentheim, Stadt- und Samtgemeinde Neuenhaus



Tine Kemperman
Luca Heydt
25.5. – 20.7.2025
Samstag, 24.5.2025, 19 Uhr
Eröffnung
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts, waren sowohl in der Grafschaft Bentheim, dem Emsland, aber auch in angrenzenden Regionen der Niederlande Großfamilien keine Seltenheit. Das Potenzial für besondere Familiendynamiken ist hier besonders hoch. Geprägt wurde diese Zeit von unterschiedlichen politischen Systemen und zwei Weltkriegen, die familienpsychologisch bis heute nachwirken. Der ländliche Raum, die damals oft bäuerlich geprägten Lebensweisen sowie die Enge der nachbarschaftlichen und familiären Beziehungen intensivieren die Existenz unausgesprochener Geschichten. Aus der Sicht unterschiedlicher Generationen setzen sich die Künstler:innen Tine Kemperman und Luca Heydt in der Ausstellung untold stories mit dem Unausgesprochenen, bezogen auf die eigene Familiengeschichte und deren psychische Konstellationen, auseinander.
Tine Kemperman wuchs als 15. Kind in einer 18-köpfigen Familie auf einem Bauernhof in dem kleinen Dorf Steenderen in den Niederlanden auf. Während sich ihre Eltern um die Betreuung und Bewirtschaftung des bäuerlichen Betriebes kümmerten, wurde Tine Kemperman als eines der jüngsten Kinder - wie auch ihre Geschwister - von der ältesten Schwester aufgezogen, die sich später als junge Erwachsene das Leben nahm. Sie selbst ist Beobachterin ihres eigenen sozialen Umfeldes und manövriert an allen Personen in ihrer unmittelbaren Umgebung vorbei.
Geprägt von ihrer Familiengeschichte sind die Vernachlässigung durch ihre Eltern und der Suizid ihrer Schwester wiederkehrende Themen in Kempermans künstlerischer Arbeit. In diesem dichten und komplexen Gefüge ist Kemperman ständig auf der Suche nach Konfrontation mit den Eltern sowie ihrer eigenen Stellung innerhalb der Familie. Sie verbindet dabei gefundene Fotos aus Familienarchiven mit eigenen fotografischen Werken und arbeitet dabei mit einer strengen fotografischen Inszenierung von sich selbst und ihren Familienmitgliedern.
Luca Heydt arbeitet in seiner 2-kanaligen Videoinstallation die Verstrickungen seiner Verwandten in der NS-Zeit auf. Seine Familie mütterlicherseits stammt aus der emsländischen Kleinstadt Haselünne, in der seine Vorfahren die Kornbrennerei Heydt gründeten. Sein Urgroßvater war während des Nationalsozialismus Bürgermeister von Haselünne, bis er gegen Kriegsende eingezogen wurde und im Januar 1945 starb.
Neben der Recherche im Archiv und Elementen der Oral History, indem er seinen Großvater erzählen lässt, entwickelt Heydt eine persönliche Perspektive zu der Thematik. Sein Großvater Heinrich Heydt war Lehrer und den größten Teil seines Lebens mit der Firma Heydt verbunden. Das Vermögen des Familienunternehmens sicherte auch das Aufwachsen von Luca Heydt. Heute fragt er sich, inwieweit dieser Wohlstand das Verhalten der Familie in der NS-Zeit bestimmt hat und was diese Geschichte für seine heutige Situation als Künstler bedeutet.
Das Programm zur Ausstellung:
Samstag, 24.5.2025, 19 Uhr
Eröffnung
Donnerstag, 3.7.2025, 16 Uhr
Führung und Drinks mit den Künstler:innen und Kurator:innen
Donnerstag, 10.7.2025, 15-17 Uhr
Collage-Workshop für jedes Alter
mit Bitte um Anmeldung unter info@kvgb.de
Kunstverein Grafschaft Bentheim
Hauptstraße 37
49828 Neuenhaus
+49 5941 98019
kvgb.de
info@kvgb.de
Öffnungszeiten
Do - So 15-18 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Eintritt kostenfrei
Gefördert durch die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim mit Mitteln des Landes Niedersachsen.
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Landschaft Emsland | Bentheim, Stadt- und Samtgemeinde Neuenhaus
Ausstellungsansicht: untold stories, Tine Kemperman, Luca Heydt, Kunstverein Grafschaft Bentheim, 2025, Foto: Fred Dott






